Wie viele Lampen sind sinnvoll? Ein realistischer Blick auf Lichtplanung

Lichtplanung gehört zu den Themen im Hausbau oder Umbau, bei denen fast alle Bauherren ein ungutes Gefühl haben. Nicht, weil sie sich nicht dafür interessieren – sondern weil sie spüren, dass Licht enorm wichtig ist, ihnen aber das Werkzeug fehlt, um gute Entscheidungen zu treffen.

Die meisten wissen ziemlich genau, wie es nicht sein soll:
nicht zu dunkel, nicht zu grell, nicht ungemütlich.
Aber wie gutes Licht entsteht? Das bleibt für viele ein Rätsel.

Gerade Unternehmerfamilien, DINKs und Single Men stehen bei der Lichtplanung oft vor einer besonderen Herausforderung: wenig Zeit, hohe Ansprüche, klare Erwartungen an Funktion, Ästhetik und Alltagstauglichkeit. Schnell soll es gehen – aber bitte richtig.

In diesem Artikel räumen wir mit dem Mythos Lichtplanung auf und zeigen dir anhand einfacher Beispiele, worauf es wirklich ankommt – ohne Technik-Wirrwarr, aber mit genug Tiefe, damit du gute Entscheidungen treffen kannst.


Warum Lichtplanung so viele Bauherren verunsichert

Licht ist emotional.
Es entscheidet darüber, ob ein Raum ruhig oder unruhig wirkt, ob er hochwertig oder beliebig erscheint, ob man sich gern dort aufhält – oder lieber schnell wieder geht.

Das Problem:
Es gibt bei der Lichtplanung kein klassisches richtig oder falsch.

Ähnlich wie bei der Einrichtung kann ein Raum technisch korrekt beleuchtet sein und sich trotzdem kühl, flach oder ungemütlich anfühlen. Genau das verunsichert viele Bauherren.

Besonders unsere Kunden aus dem unternehmerischen Umfeld erleben wir oft so:

  • Entscheidungen müssen schnell getroffen werden

  • die Auswirkungen zeigen sich erst Monate später

  • korrigieren ist teuer oder gar nicht mehr möglich

Lichtplanung wird deshalb häufig an den Elektriker abgegeben – in der Hoffnung, dass „das schon passt“. Und genau hier beginnt der Mythos.

Lichtplanung Flur
Flur mit ausgewogener Beleuchtung
Flasche Lichtplanung mit deceknstrahlern flur weiss


Die technischen Grundlagen der Lichtplanung – kurz & verständlich

Keine Sorge: Du musst kein Lichtdesigner werden.
Aber es gibt drei Grundlagen, die du kennen solltest, um bei der Lichtplanung mitreden zu können.


1. Lumen – wie hell ist hell genug?

Helligkeit wird nicht in Watt, sondern in Lumen gemessen.
Ein Raum braucht eine bestimmte Gesamtmenge an Lumen, um ausreichend beleuchtet zu sein – abhängig von Größe und Nutzung.

Der häufigste Fehler:
Man verteilt einfach viele Spots und hofft, dass es hell genug wird.

Das Ergebnis:

  • Überbeleuchtete Zonen

  • Blendung

  • unruhige Decken

Gute Lichtplanung bedeutet nicht mehr Licht, sondern passendes Licht.

2. CRI – warum Licht „schmutzig“ wirken kann

Der CRI-Wert (Color Rendering Index) beschreibt, wie natürlich Farben unter einer Lichtquelle wirken.

  • CRI 80 → Farben wirken verfälscht, oft gelblich oder gräulich

  • CRI nahe 100 → sehr nah am Tageslicht

Gerade in hochwertigen Interieurs mit Naturmaterialien, Holz, Stein oder hochwertigen Stoffen ist das entscheidend.
Ein schlechter CRI kann selbst die beste Einrichtung billig wirken lassen.

Für unsere HOATE-Kunden gilt klar:
CRI ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht.


3. Abstrahlwinkel – Lichtkegel, Schatten & Raumtiefe

Der Abstrahlwinkel bestimmt:

  • wie breit der Lichtkegel ist

  • wie stark Schatten entstehen

  • wie viel Licht tatsächlich am Boden ankommt

Ein enger Abstrahlwinkel erzeugt gezielte Akzente.
Ein breiter Abstrahlwinkel sorgt für flächiges Licht.

Ohne diese Information ist jede Lichtplanung reine Theorie.


Lichtplanung ist Gestaltung – nicht nur Technik

Jetzt kommt der spannende Teil.

Licht ist kein technisches Add-on, das man am Ende ergänzt.
Licht ist ein gestalterisches Element – genau wie Materialien, Möbel oder Farben.

Deshalb gibt es bei der Lichtplanung auch keine Standardlösung, die für alle funktioniert.
Was es gibt, sind Wirkungen.

Und genau darum geht es.

Lichtplan Grundriss

Praxisbeispiel Flur: Zwei Ansätze – zwei völlig unterschiedliche Räume

Der Flur ist ein perfektes Beispiel, weil er oft unterschätzt wird – dabei ist er der erste Eindruck deines Zuhauses.

Variante A: Der klassische „Sternenhimmel“
  • viele gleichmäßig verteilte Deckenstrahler

  • sich überschneidende Lichtkegel

  • technisch korrekt, ausreichend hell

Das Problem:

  • keine Hierarchie

  • keine Spannung

  • die Decke wirkt unruhig

Diese Art der Lichtplanung sehen wir häufig in Neubauten. Sie funktioniert – fühlt sich aber selten hochwertig oder wohnlich an.

wohnzimmer weiss kalt deckenspots hell
Variante B: Licht bewusst inszenieren

Der zweite Ansatz arbeitet mit:

  • Doppelstrahlern

  • gezieltem Licht & Schatten

  • klaren Fokuspunkten

Statt alles gleichmäßig auszuleuchten, wird Licht eingesetzt, um:

  • Wände zu betonen

  • Kunst oder Bilder hervorzuheben

  • Blickachsen zu lenken

Das Ergebnis:
Der Raum wirkt ruhiger, tiefer und deutlich hochwertiger – mit weniger Leuchten, aber besserer Wirkung.

haus mit einrichtung und schöner beleuchtung


Lichtplanung funktioniert nur mit Einrichtung

Einer der größten Fehler in der Lichtplanung:
Sie wird losgelöst von der Einrichtung gedacht.

Das führt zu klassischen Problemen:

  • ein Strahler sitzt genau dort, wo später ein Einbauschrank geplant ist

  • wichtige Bereiche bleiben dunkel

  • Licht ist an Stellen, die im Alltag keine Rolle spielen

Gerade für Unternehmerfamilien und DINKs, die langfristig denken und ihre Räume flexibel nutzen wollen, ist das fatal.

Gute Lichtplanung setzt voraus, dass man früh weiß:

  • wo Möbel stehen

  • wie Räume genutzt werden

  • welche Zonen Ruhe oder Aktivität brauchen

Licht folgt Nutzung – nicht umgekehrt.

Lichtplanung Grundriss

Strahler ist nicht gleich Strahler

Ein Punkt, der fast immer unterschätzt wird:
Nicht jeder Strahler erzeugt die gleiche Lichtwirkung.

Zwischen klassischen Elektriker-Strahlern und hochwertigen Leuchten liegen Welten:

  • Lichtqualität

  • Entblendung

  • Präzision des Lichtkegels

Deshalb kann man keine allgemeine Lichtplanung machen, ohne das konkrete Produkt zu kennen.
Datenblätter sind hier kein Bürokratie-Detail, sondern Planungsgrundlage.

Unser klares Fazit aus der Praxis:
Mit Standardstrahlern funktioniert meist nur der Sternenhimmel.
Gestalterische Lichtplanung braucht passende Leuchten.


Projektbeispiel: Lichtplanung im offenen Grundriss

In einem offenen Grundriss – typisch für moderne Neubauten – wird Lichtplanung besonders anspruchsvoll.

Hier arbeiten wir immer mit drei Ebenen:

  1. Allgemeinbeleuchtung für Orientierung

  2. Arbeitsbeleuchtung für Funktion

  3. Akzentbeleuchtung für Atmosphäre

Im Projekt „Lukas“ wurde früh festgelegt:

  • Möblierung

  • Nutzungszonen

  • Blickachsen

Auf dieser Basis wurden:

  • Lichtpunkte in den Grundriss eingezeichnet

  • Abstrahlwinkel aus den Datenblättern übertragen

  • Lichtkegel visualisiert

Das Ergebnis ist kein zufälliges Lichtbild, sondern ein ruhiges, hochwertiges Gesamtkonzept, das den Alltag unterstützt – statt ihn zu stören.

Lichtplanung offener Grundriss


Warum Lichtplanung nichts für die Serviette ist

Gute Lichtplanung braucht Zeit.
Nicht, weil sie kompliziert sein muss – sondern weil sie durchdacht sein sollte.

In der Regel sprechen wir von:

  • mehreren Planungsrunden

  • Abstimmung mit Architektur & Einrichtung

  • bewussten Entscheidungen statt schnellen Kompromissen

Wer hier abkürzt, zahlt später fast immer doppelt:

  • durch Nachrüstungen

  • durch Unzufriedenheit

  • durch Räume, die ihr Potenzial nicht entfalten

Lichtplanung ist eine Investition in Lebensqualität

Lichtplanung entscheidet darüber, wie sich dein Zuhause anfühlt – jeden einzelnen Tag.

Gerade für Menschen mit hohen Ansprüchen, wenig Zeit und dem Wunsch nach Klarheit lohnt es sich, dieses Thema nicht dem Zufall zu überlassen.

Wenn du dir ein durchdachtes Beleuchtungskonzept wünschst, ohne dich durch Technik, Datenblätter und Varianten kämpfen zu müssen, unterstützen wir dich bei HOATE gern dabei.

So wird Licht nicht zur Baustelle – sondern zu dem, was es sein sollte:
ein stiller Begleiter für gutes Wohnen.


Gutes Licht ist kein Zufall. Wenn du möchtest, dass dein Zuhause nicht nur gut aussieht, sondern sich auch so anfühlt, begleiten wir dich bei der Lichtplanung. Schreib uns bequem über das Kontaktformular wir melden uns umgehend bei dir!

Weitere interessante Artikel zum Hausbau findest du hier:

Ein Schlafzimmer mit Ankleide ist für viele ein fester Bestandteil moderner Wohnkonzepte. Mehr Ordnung, klare Abläufe und ein ruhiger Schlafbereich sind die

Mehr dazu

Entdecke kreative Ideen und Tipps für deine Hausbau Inneneinrichtung – von Eingangsbereich über Treppen bis Fenster. So planst du dein Zuhause mit

Mehr dazu

Hausbau Online Kurse


material match maker
#154

MATERIAL WÄHLEN

Warmer eleganter Beigeton mit leichtem gelbem Unterton
küche selbst planen
#154

KÜCHE PLANEN

Warmer eleganter Beigeton mit leichtem gelbem Unterton
#154

FARBEN WÄHLEN

Warmer eleganter Beigeton mit leichtem gelbem Unterton

TEILEN

Your email address will not be published. Required fields are marked

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}